Algerien

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Der Maghreb in seiner vollen Schönheit und Widersprüchlichkeit

An diesen Fotos sieht man, dass die Welt trotz (wegen) der Globalisierung etwas kleiner geworden ist. Während man sich 1983 noch unbefangen (mit öffentlichen Verkehrsmitteln) auf eine Rundreise durch die Sahara begeben konnte, wäre dieselbe Reise heute wohl eher lebensgefährlich. Algerien war in dieser Zeit ein „Mekka für Revolutionäre“ : Patrice Lumumba, Nelson Mandela, Eldridge Cleaver, Che Guevara und viele andere mehr gaben sich die Klinke in die Hand, wurden in Algerien ausgebildet, unterhielten Büros, träumten, gründeten die Bewegung der Blockfreien, schafften es, das damalige Südafrika mit seinem Apartheids-Regime aus der UN-Vollversammlung auszuschließen. Die plausible Formulierung „One Country, one vote!“empfanden die USA mit ihrem weltweiten Netz an Vasallenstaaten (vulgo Bananenrepubliken) als Affront. Um Algerien ist es in der Zwischenzeit still geworden: 19 Jahre regierte der Ausnahmezustand, Volksgruppen wie die Berber und Kabylen kämpften für ihre Autonomie, der radikale Islam verwandelte das Land vorübergehend in eine Todeszone für Europäer. Für mich kamen die Erinnerungen an das Land mit dem Beginn der Corona-Pandemie zurück: Albert Camus lebte in der algerischen Stadt Oran und verfasste dort seinen Roman „ Die Pest“. Er ist geprägt von prophetischer Weitsicht. Als ich das Buch im April 2020 noch einmal las, las ich damit den Fahrplan für all die Verrücktheiten, die sich im Laufe der Corona-Zeit tatsächlich entwickelt haben. Aber man konnte auch lesen, welches Medikament das Überleben sichern kann: Die Liebe. Als Europäer, der gewohnt ist, den Mittelpunkt der Welt immer direkt unter seinem bequemen Sessel verorten zu können, hat man leider überhaupt kein Gefühl für die kulturelle Vielfalt Nordafrikas entwickeln können. Beginnt man, sich mit der Geschichte Nordafrikas zu beschäftigen, wird man sehr schnell einsehen, dass der Blick auf diese Länder als „ehemalige Kolnonien Frankreichs“ eine erbärmliche Verkürzung darstellt. Man wird die Geschichte Spaniens und Frankreich — und wohl auch die Geschichte Europas — nicht verstehen können, ohne einen intensiven Blick über den Tellerrand zu werfen. Algerien pflegt heute sehr gute Beziehungen zur EU, aber das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Gebiete, die hier auf den Fotos gezeigt werden. Nach dem Rückzug von Abd al-Aziz Bouteflika 2019 hofft man auf Stabilsierung des Landes. Ich hoffe mit und erinnere mich gerne an dieses wunderschöne Land mit seinen zahlreichen beeindruckenden Kulturen und seiner stolzen Bevölkerung!