Menschen
Normandie

Bistro in Pont l'Eveque

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Mickeay-Mouse an der Kathedrale

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Musée d'art moderne André Malraux

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Nostalgie

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Menschen in der
Normandie

Es hat mich schon ein wenig irritiert, dass zur Zeit meiner Anwesenheit in Fécamp aus der zweiten Runde der Kommunalwahlen der vom front nationale unterstützte Kandidat knapp als Sieger hervorging. Leider weiß ich zu wenig über die aktuellen Zustände in der Normandie, um darüber etwas sagen zu können, aber offensichtlich gibt es da einen „blauen Fleck“, der übrigens überhaupt nicht zu den Eindrücken passte, die ich von den Menschen in der Normandie, denen ich begegnet bin, passte. Das waren humorvolle, freundliche und hilfsbereite Menschen, jederzeit bereit, den Ball aufzufangen, den ich ihnen mit dem einen oder anderem Scherz zuwarf, z.B. die Kellnerin des Bistros in Beuvron en Auge, bei der ich für meinen Freund Uwe ein Glas Rotwein mit integriertem Rechenschieber (une verre de vin rouge avec un règle à calcul integré) bestellte. Zur Zeit seien sie aus, aber vor unserem nächsten Besuch werde sie das rechtzeitig wieder ins Sortiment aufnehmen. Als Deutscher hier zu reisen, fiel mir nicht nur leicht, am Strand von Omaha-Beach und vor allem in dessen Hinterland wandelten sie überall, die bösen Geister der boches, und die meisten Trümmer der Geschichte in der Normandie sind noch nicht so alt, um in den Guide Michelin als Sehenswürdigkeit aufgenommen zu werden, aber es ist nicht zu übersehen, dass sich in den malerischen Klippen in Fécamp immer noch die einbetonierten Maschinengewehrnester der Deutschen erhalten haben. Manches ist wie selbstverständlich in die Gegenwartskultur der Normandie integriert worden. Die Deutschen hatte während des Zweiten Weltkrieges entlang der Küste sehr viele kleine Flugplätze zur Verteidigung des Küstenstriches angelegt, diese haben sich bis heute erhalten und sorgen dafür, dass die Fliegerei in der Normandie ein recht populäres Hobby geworden ist.

Es ist fast schon sympathisch, dass die eine oder andere Heiligenfigur in dieser und jener Kathedrale aussieht wie eine Spielzeug-Figur aus der Spielzeugkiste: Zunächst hatten die Hugenotten die Heiligenbilder aus den Kirchen verbannt, was sie übersehen haben, erledigte die französische Revolution. All das hat aber die Gläubigkeit nicht aus der Normandie vertrieben. Und so ist es anrührend, die eine oder andere Heiligenfigur nun durch eine Spielzeugfigur ersetzt zu sehen und selbst damit ein Zeichen der naiven Gläubigkeit zu setzen, was in diesem Fall wohl nicht als eine von der Obrigkeit befohlene Unterwerfungsgeste gedeutet werden muss.

Frankreich ist ein merkwürdiges Land. Es besitzt eine großartige revolutionäre und liberale Tradition, die Menschen sind sehr stolz auf ihren Individualismus und auf ihre Aufmüpfigkeit gegen die da oben, aber die Lebensweise des Adels gilt nach wie vor als ein erstrebenswertes Ideal fürs zufriedene Leben. Frankreich ist ein durch und durch laizistisches Land, zugleich scheint es religiöser als Deutschland zu sein, wo niemand daran rütteln möchte, dass der Staat mit gesetzlichem Zwang, dem man sich nur durch unbequeme Schritte entziehen kann, die Kirchenkollekte einsammelt.