Maastricht

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Viel Geschichte und viele Geschichten in Limburg

Die Provinz Limburg und Maastricht sind ein schönes Beispiel dafür, was es bedeutet, europäisch zu sein, statt die Angst vor „Überfremdung“ lustvoll verzückt auszukosten: Wenn ich richtig zähle, haben die Limburger in den letzten 250 Jahren 4 bis 5 verschiedenen Staaten gedient, ohne jemals dafür umziehen zu müssen (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, Niederlande, Belgien, Deutscher Bund, Niederlande). Die deutsche Besatzung während der Nazi-Zeit habe ich dabei nicht mitgerechnet. Kein Wunder, dass man auch als Einheimischer da kaum noch hinterher kommt. Da ist es wohl einfacher zu sagen, „Uns verbindet Europa“. 1992 wurde in Maastricht der Vertrag der Europäischen Union unterzeichnet.

Heute passiert es leicht, dass man entspannt entlang der Maas fährt, sich der schönen Landschaft erfreut, auf Hügel klettert (Huch? Hügel? Holland??) und dann befindet man sich schon in Belgien - dem ehemaligen spanischen Habsburg und dann hört man plötzlich Französisch, statt Flämisch, weil zu allem Überfluss hier in dieser Gegend auch noch die Grenze zwischen Flamen und Wallonen verläuft. (Wer durch diese Zeilen verwirrt wird, möge unten mal auf „GoogleMaps“ klicken) Aber man sollte auch nicht gleich euphorisch werden: Geert Wilders und seine Partij voor de Vrijheid wurden bei den letzten Wahlen immerhin zweitstärkste Partei (mit knapp 18 Prozent). Das heißt nicht viel, weil eine sehr starke Partei bei den Wahlen in den Niederlanden kaum mehr als 23 Prozent der Stimmen erzielt. Daher herrscht in den Niederlanden Zwang zum Kompromiss, dem müssen sich auch Populisten beugen. Dies verdünnt ihren Einfluss zu homöopathischen Konzentrationen.

In der Provinz Limburg gibt man sich eher gelassen bis stur. Über die zahlreichen Herrschaftswechsel hinweg, haben sie ihre Eigenheiten bewahrt: Im Unterschied zum größten Teil der Niederlande, der überwiegend calvinistisch geprägt ist, sind die Limburger frenetische Katholiken. Das erkennt man leicht an den Fotos.

Fazit: Betrachtet man die wechselvolle Geschichte, zeigt sich, dass sich die Angst vor „Überfremdung“ aus der Panikmache nährt, deren Opfer Leichtgläubige mit schwachem Selbstbewusstsein sind. Der Limburger Sturkopf hat jedoch über Jahrhunderte Kurs gehalten und sich um wechselnde Weltanschauungsmoden nur wenig gekümmert. Der Gelassenheit begegnet man auf den Streifzügen durch die Stadt und über den Markt dagegen häufig. Wen trifft man noch? Die Neugier! Die Neugier nach den Verschiedenheiten in einem großen Europa, das die Nationalismen langsam zu überwinden beginnt. Sie produzieren hier übrigens köstlichen Käse, der den Namen der Provinz trägt, und sie naschen auffallend gerne: Waffeln, Poffertjes, Nieuw Haring, Loempia u.v.a. mehr - unter Missachtung der calvinistischen Askese.

Und die vielen kleinen Geschichten?
Die müssen bei meinen nächsten Besuchen eingesammelt werden! Also: Fortsetzung folgt!

Externe Verweise