Winter ade!

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Das ist ein schöner Moment, in dem etwas gerade vorbei ist, man merkt es bloß noch nicht und wenn das Neue noch (fast) gar nicht da ist. Es liegt etwas in der Luft. Hier ist Phantasie gefragt. Aber das Schöne daran ist, dass dies keine Phantasie aus dem Bereich des Phantastischen ist, sondern dass sie aus dem Bereich der Gewissheiten der Erfahrung stammt: Ich stehe an einer Bushaltestelle, nach einem Blick auf den Fahrplan weiß ich (mit 90-prozentiger Gewissheit), dass in fünf Minuten hier ein Bus halten wird, in den ich einsteigen werde und der mich an mein Ziel bringt. Es ist nichts zu sehen -- und mit 90-prozentiger Gewissheit, weiß ich, was kommt. In diesem Fall hier ist auch nichts zu sehen, aber die Gewissheit ist viel größer. Man kann jetzt loslassen! Man kann die Winterjacken einmotten, strenge Fröste werden nicht mehr kommen - vielleicht leichtere, allerdings. Man sieht nichts, aber man weiß es mit mehr als 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit. Das ist ganz anders als bei den wissenschaftsgestützten Aussagen der Regierung zur Ccorona-Pandemie. Da könnte der Frost immer noch kommen. Aber wir wollen lieber beim Thema bleiben:

Drei Hasen
Eine groteske Ballade


Drei Hasen tanzen im Mondenschein
im Wiesenwinkel am See:
Der eine ist ein Löwe, der andere eine Möwe,
der dritte ist ein Reh.

Wer fragt, der ist gerichtet,
hier wird nicht kommentiert,
hier wird an sich gedichtet;
doch fühlst du dich verpflichtet,
erheb sie ins Geviert,
und füge dazu den Purzel
von einem Purzelbaum,
und zieh aus dem Ganzen die Wurzel
und träum den Extrakt als Traum.

Dann wirst du die Hasen sehen
im Wiesenwinkel am See,
wie sie auf silbernen Zehen
im Mondschein sich wunderlich drehen
als Löwe, Möwe und Reh.

(Christian Morgenstern)