Ballade vom (werderaner) kleingartensonntag

— Der Zeitlupen-Blues
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Der noch in Worte gefasst werden müsste ...

Im Laufe der vergangenen Wochen habe ich festgestellt, dass sich der Garten bewegt und dort beinahe unglaubliche Machenschaften im Gange sind. Was man da etwas häufiger sieht, wandelt unter wechselnden Namen einher: Donner- und Blitzkerze, Himmelsbrand, Kunkel, Unholdskerze, Wetterkerze, Winterblom, Wollblume oder Wollkraut und soll — glaubt man Aristoteles — für Fische sehr ungesund sein. Zum Glück wurden im Garten noch keine Fische gesichtet. Hexen sind unterwegs, um ihr Körbchen zu füllen, deren Inhalt sie daheim bei Hexentänzen und schauerlichen Gesängen zu Heil- und Giftkräutern verrühren. Vor allem die Unholdskerze provoziert bei den Damen Entrüstung, bei manchen allerdings auch Erwartungen. Wir distanzieren uns natürlich und weisen jede Ferkelei weit von uns! Bei dem, was da so erscheint, sind — dagegen sind wir einfach machtlos — anscheinend alle Arten und Unarten vertreten: Sex, Crime, Mordlust, Eifersucht, Freude, die gute Miene zum bösen Spiel, harmlose Gesichter, deren Träger von nichts gewusst haben wollen — allerdings ereignen sich diese Geschehnisse in einem kaum fassbaren Zeitlupentempo, das wir Menschen gar nicht wahrnehmen können — wir sind einfach auf Geschwindigkeit getrimmt, anders als die Pflanzen- und Tierwelt. Die Geschichte verdichtet sich beständig, verharrt — entwickelt sich weiter — stockt — müsste aber im Ganzen erst noch im Auge behalten und dann natürlich erzählt werden!