Mustafa-alpha

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Duisburg boxt sich durch

Eigentlich ist es ein deprimierender Zeitpunkt: Die Bundestags-Wahlen sind gerade abgeschlossen, Deutschland zeigt seine braune Seite. An den meisten Stellen, kommt noch schwarz dazu und plötzlich reden viele den Kackbraunen nach dem Mund: Ressentiments, Xenophobie und faschistoider Weltschmerz haben Hochkonjunktur. Ich treffe Güzel-Bey, eine Kurden, der fast sein gesamtes Leben als Gießerei-Arbeiter im Ruhrgebiet verbracht hat und schon lange nicht mehr in seine Heimat im Osten der Türkei fährt - vor Wut auf das Zerstörungswerk der türkischen Armee in seiner Heimat. Immerhin haben er und seine Familie einen deutschen Pass - aber Heimat ist das nicht so richtig. Wir unterhalten uns, trinken einen Kaffee gemeinsam, streiten uns darüber, wer bezahlen darf und versprechen uns, uns beim nächsten Besuch wiederzusehen.

Irgendwo zwischen Cowper-Anlage und Möller-Bunkern trainiert Mustafa-Alpha, der in seinem Hamborner Sportverein Co-Trainer in der Boxer-Abteilung ist. Nicht nur Mustafa, sondern auch der Verein boxt sich durch - aber offensichtlich mit Erfolg! Wir sind uns sehr schnell sympathisch, reden über den Sport und über diese Jugendlichen, die vor lauter Depri und Frust nicht in die Puschen kommen. - „Ja, die sind bei uns genau richtig! Die erkennst Du nach einiger Zeit nicht wieder!“. - Gut, denke ich, ich habe da so einen, den ich bei Dir vorbeischicken werde - eigentlich klingt das erst einmal vielversprechender als Therapie und entspricht wohl mehr der deutsch-türkisch-duisburgerischen Art.

Und die gute Meldung zum Schluss: Erdoğan hat sich offensichtlich mit seinem Boykott-Aufruf zur Bundestagswahl ziemlich lächerlich gemacht: Seine Getreuen folgten seiner Wahlempfehlung in homöopathischen Dimensionen, es waren messbare 0,4 Prozent. Glückwunsch, Alder! --- Es sei denn, man interpretierte seine Worte als Aufruf, AfD zu wählen ... lunatic!

Externe Verweise