Urbanes jodeln

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Hahneberg (Berlin-Staaken), 30.04.2017, 87,6m über Normalhöhennull

Ein schöner Abschied von der kalten Jahreszeit ist es, wenn die Kühe auf die Alm getrieben werden, wenn die Pfingstochsen bald geschmückt werden und wenn sich in das Läuten der Kuhglocken langsam der erhabene Klang der Alphörner mischt. Das alles - und noch viel mehr - haben wir in Berlin: Jodeln wie in Appenzell, wie im Muo-Tal, aber auch Alphorn-Orchester, die Kompositionen eines Berliner Komponisten spielen (ein bisschen wie die Begleitmusik zur Einfahrt der Motorrad-Staffel beim Polizeisportfest), aber das war eher würzig ironischer Seitenhieb. Und was ist das „Noch viel mehr“? Zum Beispiel das Pygmäen-Jodeln und das Zusammenspiel von Alphörnern, Percussion und ghanesischer Djembe. Die Sonne bot einen kristallklaren blauen Himmel, der Fernblick war ausgezeichnet, im Hintergrund näherten sich in regelmäßigen Sequenzen Passagiermaschinen im Anflug auf die Landebahn des Flughafens Tegel - nein, nicht die Postmaschinen! Jung und Alt stellte sich ein, manche in besonderen Kleidchen, in Lederhose, in Tracht, in Kutte, mit schweizerischem Zipfelhut, wie auch immer. Der Altersdurchschnitt war etwas angehoben, verrückt war es dennoch. Als die letzten Töne verklangen, begab man sich auf den Abstieg der untergehenden Sonne entgegen. Es war gutes Timing und für einen kurzen Moment die Entrückung aus dem Alltag auf die Alm, die hektische Stadt tief unten im Tal. Und wenn man zurückschaut und wenn man sich dabei intensiv an dieses Erlebnis erinnert, ja dann, dann erscheint vielleicht sogar das Alpenglühen.